Sammy Baloji The Tree of Authenticity

Donnerstag, 27.08.2026
Beginn
Ende
Eintritt frei
The Tree of Authenticity
Credit: Foto: Tobias Hübel

Filmscreening im Rahmen der Ausstellung Anys Reimann. Mirrorball

Filmscreening im Rahmen der Ausstellung „Mirrorball“ von Anys Reimann
Belgien, DR Kongo, 2025 – Regie: Sammy Baloji – OV: Französisch, Niederländisch – UT: Englisch – Länge: 89 min.

In Yangambi im Kongo erinnern die Ruinen eines kolonialen Forschungszentrums an die Verflechtung von Wissenschaft, Ausbeutung und Umweltzerstörung. Der Dokumentarfilm beleuchtet die Verbindung von Kolonialismus und Klimakrise – aus der Perspektive des Baumes der Authentizität.

Der Dokumentarfilms The Tree of Authenticity (2025) des kongolesischen Filmemachers, Fotografen und Videokünstlers Sammy Baloji beleuchtet die Verbindung von Kolonialismus und Klimakrise – aus der Perspektive des Baumes der Authentizität. Ausgehend von den Überresten eines ehemaligen Forschungszentrums für tropische Landwirtschaft in Yangambi, Demokratische Republik Kongo, untersucht Baloji die Verbindungen zwischen kolonialer Ausbeutung, wissenschaftlicher Forschung und der heutigen Klimakrise. Anhand historischer Figuren und ihrer Rolle innerhalb kolonialer Machtstrukturen zeigt der Film, wie Natur, Wissen und Menschen im Dienste wirtschaftlicher Interessen kontrolliert und ausgebeutet wurden. Zugleich macht er die langfristigen Folgen dieser Eingriffe sichtbar, die bis in gegenwärtige ökologische und soziale Ungleichheiten reichen.

Eine besondere Perspektive eröffnet der Film im letzten Teil: Erzählerischer Ausgangspunkt wird der sogenannte „Baum der Authentizität“ (Pachyelasma tessmannii), dessen außergewöhnliche Fähigkeit zur Kohlendioxidbindung ihn zu einem wichtigen Akteur der Klimaregulierung macht. Als stiller Zeuge der Geschichte verbindet er Vergangenheit und Gegenwart und eröffnet einen Blick auf die komplexen Beziehungen zwischen Mensch, Natur und kolonialem Erbe.

Mit seinem vielschichtigen filmischen Ansatz erweitert The Tree of Authenticity die Fragestellungen von Mirrorball um ökologische Perspektiven und lädt dazu ein, über die bis heute wirksamen Verflechtungen von Kolonialgeschichte, Umwelt und globaler Verantwortung nachzudenken.

Im Rahmen der Ausstellung „Mirrorball“ der Künstlerin Anys Reimann zeigt die Weserburg Museum für moderne Kunst mit der Arbeit ARCHIPELAGO (2026), einen Teil ihrer Werkgruppe Schwarzer Gärten, die die Künstlerin seit 2019 in verschiedenen Ausformungen sowohl in Innenräumen aber auch in Gartenanlagen im Außenraum realisiert. In der Weserburg formen fünf Bassins ein Archipel (eine Inselgruppe) aus dunkel- und schwarzblühenden Pflanzen. Die Pflanzen erscheinen als importierte „Exotik“, fremdartig und zugleich von besonderer Schönheit und Vielfalt. Die ehemalige Speicherarchitektur der Weserburg bietet für die Installation einen geschichtsträchtigen Rahmen, diente sie doch im 19. und 20. Jahrhundert als Ort des Handels, zunächst für Tabak, später war sie Kaffeerösterei. ARCHIPELAGO verweist damit auf Bewegungen von Gütern und Menschen, verbunden mit einer komplexen und vielfach belasteten Geschichten der Kolonialzeit.

In Anlehnung an Édouard Glissants Konzept des Archipels erscheinen die Inseln nicht als isolierte Einheiten, sondern als Körper im Austausch, als Netzwerk von Beziehungen und laden in diesem Sinne auch dazu ein neue Verbindungen und Geschichten entwickeln.

The Tree of Authenticity lädt dazu ein über die bis heute wirksamen Verflechtungen von Kolonialismus, Umwelt und globaler Verantwortung nachzudenken.

 

Abb.: Blick in die Ausstellung „Anys Reimann. Mirrorball“. Im Vordergrund das Werk ARCHIPELAGO, 2026, Courtesy the artist & VAN HORN, Düsseldorf, Foto: Tobias Hübel

Kategorien:

Gefördert durch:

Der Senator für Kultur, Freie Hansestadt Bremen